Raus aus dem Schatten –
„Wende 80“ von Hanne Darboven ins richtige Licht setzen
Vorbei die Zeiten, als man an der TUHH von der Bilderwand sprach, wenn man das Foyer in der Eißendorfer Straße 42 kennzeichnen wollte. Seit Mai kann man lesen, hören und sehen, was es mit den 415 gleichformatigen Blättern aus Bildern, Worten und Noten auf sich hat, die sich dort über drei Etagen an einer Wand emporheben. Auf Anregung und mit Unterstützung der Kunstinitiative konnte mit freundlicher Unterstützung der Hanne Darboven Stiftung sowie der Sparkasse Harburg-Buxtehude das Werk „Wende 80" der weltbekannten Konzept-Künstlerin, Hanne Darboven, aus seinem Schattendasein herausgeführt und ins rechte Licht gesetzt werden. Mit der im Mai 2011 feierlich eröffneten Neupräsentation von „Wende 80 entstand eine Art Dauerausstellung und an der TU ein neuer öffentlicher Ort der Begegnung kunstinteressierter Menschen. Die als eine der weltweit größten Gegenwartskünstlerinnen geachtete Hanne Darboven lebte und arbeitete unweit des Campus' in Rönneburg.
Im Zentrum der Neugestaltung steht eine Multimediawand. Erstmals kann man über Kopfhörer die Musik hören, die mehr als 20 Jahre in einem Archiv der TUHH lagerte. Die elf Schallplatten mit handsigniertem Cover der Künstlerin werden zudem in einem Schaufenster gezeigt. Außerdem können Besucher den Film „Der Mond ist aufgegangen" von Hanne Darboven über ihre Heimat Harburg sehen sowie einen ZDF-Beitrag über die Künstlerin des ehemaligen Studioleiters, Knut Terjung. Eine Aufnahme der Fotografin Angelika Platen, die weltbekannte Künstler fotografierte, zeigt Hanne Darboven in jungen Jahren vor einem ihrer Werke. Im Zuge der Neupräsentation wurde „Wende 80" an der dreigeschossigen, nun mehr weißen und brandschutzgesicherten Wand höher gehängt. Ein zur Eröffnung herausgegebenes Faltblatt informiert auf einen Blick über das Werk und seine Künstlerin und liegt im Foyer aus. Dort kann auch jedes einzelne der 415 Blätter des Kunstwerkes in einem Buch betrachtet werden.
Diese Neupräsentation des Hanne Darboven Kunstwerkes „Wende 80" wurde am 3. Mai 2011 in einem Festakt von TUHH-Präsident Garabed Antranikian sowie Albert Darboven, Vorstandsvorsitzender der Hanne Darboven-Stiftung, vor Ort im Kreis von mehr als 100 geladenen Gästen, eingeweiht darunter Senatsdirektorin Marie-Luise Tolle, der Sammler Dr. Harald Falckenberg, die SPD-Bürgerschaftsabgeordnete und Intendantin des Ernst-Deutsch-Theaters, Isabella Vértes-Schütter, der Chefredakteur des Hamburger Abendblattes, Claus Strunz, der ehemalige Studioleiter des ZDF, Knut Terjung; die Schwester der Künstlerin, Ellen Darboven-Zapffe, der Vorstandsvorsitzende der Sparkassse Harburg-Buxtehude, Luehrs, die Sammler Liebelt und Sohst, der Unternehmer Arne Weber.
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„Wende 80" ist eines der bedeutendsten Werke Hanne Darbovens, deren künstlerisches Bestreben es war, die Zeit aufzuschreiben. Dabei sind Zahlen von elementarer Bedeutung. 1988 wurde „Wende 80" im Beisein der Künstlerin an der mehrgeschossigen Wand im Foyer installiert - als erste und bis 2010 einzige öffentlich gezeigte Arbeit in Hamburg-Harburg. Auf den 415 gleichformatigen Blättern dokumentiert Hanne Darboven die Zeit und die Umstände der politischen Wende im Herbst 1982 in Bildern, Worten und Chiffren und realisiert zum ersten Mal in ihrem künstlerischen Schaffen, was sie schon lange bewegte: Sie setzte Zahlenkonstruktionen in „mathematische Musik" um - eine Form mathematischer Literatur. Mit dem heutigen Tag wird zum ersten Mal diese Musik zu „Wende 80" zu hören sein.
Am 29. April wäre die weltweit als eine der größten Gegenwartskünstlerinnen bekannte Hanne Darboven 70 Jahre alt geworden. Sie vertrat Deutschland u. a. auf der Biennale in Venedig, hat vier Mal an der documenta teilgenommen und ist in allen wichtigen internationalen Museen vertreten. Der Festakt an der TUHH war eine von insgesamt vier Veranstaltungen in Hamburg in der Reihe „Hamburg erinnert an Hanne Darboven" aus Anlass des 70. Geburtstages der Künstlerin.
Die erfolgreiche Neuinstallation hat viele Namen, darunter auch: Simone Fahrenholz, Carsten-Ingo Dierks, Bärbel Müller, Sonja Müller,Christian Schnabel, Joachim Stieglitz, Sven Thönnessen, Professor Viktor Sigrist, Jutta Katharina Werner.

