Kunst und Ingenieure –
Gemälde, Installationen und Skulpturen auf dem Campus
Kunst an der TUHH hat Tradition. Schon in den 90er-Jahren hatte das Engagement einer Arbeitsgruppe aus Studierenden und Künstlern, gefördert von Professoren und anderen Hochschulangehörigen, der damals erst 14 Jahre jungen TU zu einer großen Ausstellung auf dem Campus geführt. Der damalige Präsident, Emeritus Prof. Dr.-Ing. Heinrich Mecking, beantwortete die selbst gestellte Frage „Künstler an der TUHH – die unbekannte Größe?“ im Vorwort des Ausstellungs-Katalogs seinerzeit so: „Nein, nicht ganz, wenn auch die Welten nicht so nah beieinander liegen wie in der klassischen Universitas.“ Und er erinnerte daran, dass sehr früh eine Diskussion über die Einbeziehung von Kunst und Künstlern in der Aufbauplanung der TUHH unter der Überschrift “Kunst im öffentlichen Raum“ begonnen hatte. Folge war eine Ausstellung von Gemälden, Skulpturen und Installationen auf dem Campus. Dieser vorausgegangen war eine Vorlesungsreihe zum Thema „Kunst und Technik“, geplant und geleitet von Studierenden der Verfahrenstechnik. Außerdem wurde in dieser Zeit die Arbeit „Wende 80“ der Konzeptkünstlerin Hanne Darboven im Gebäude M installiert.
Damals wie heute speist sich das Engagement für die Kunst aus der Erkenntnis, dass eine TU „die Kunst braucht“, wie der damalige Vizepräsident, Emeritus Prof. Dr. Dittmar Machule, 1992 schrieb: „Der gemeinsame Wunsch der Initiatoren an der TUHH war und ist es, mit dem Medium Kunst nach innen universitären Anspruch zu verdeutlichen und nach außen Vernetzung mit Harburg und den Hamburgern zu erreichen.“ Voilà! – 18 Jahre später wird mit der 2009 gegründeten Kunstinitiative an der TUHH der Stab wieder aufgenommen und dieses Ziel unter kaum veränderten Vorzeichen neu verfolgt.
„Kreativität ist eigentlich das, was Techniker und die Künstler gemeinsam zu haben scheinen. Trotzdem trennen sie Welten voneinander“, stellte 1992 die damalige Studentin und Initiatorin der Arbeitsgruppe „Kunst und Technik“, Birte Wasmund, fest. Fast 20 Jahre später gelingt der TUHH die Etablierung eines von der DFG geförderten Graduiertenkollegs zum Thema Kunst und Technik. Doktoranden setzen sich seitdem auf dem Campus mit den Spannungen und Synergien an den Schnittstellen von Kunst und Technik auseinander. Was bis in die Neuzeit eine Einheit war, und danach getrennt wurde, sucht offenbar heute wieder die Annäherung.